Zielsetzung und Funktion

Das Handschriften-Interface (H.int) soll es vorwiegend der Forschung sowie dem akademischen oder schulischen Unterricht erleichtern, mit der Dichtung Oswalds von Wolkenstein quellennah zu arbeiten. Es bietet zu diesem Zweck eine einfache und zugleich multifunktional stabile Benutzeroberfläche:

·         Durch Auswahl einer Textnummer (die sich in H.int an der Referenzzählung nach Karl Kurt Klein/Kl orientiert) gelangt man zum Subbereich des entsprechenden Texts mit seinen einzelnen, durchnummerierten Strophen.

·         Die dort angeführten Anfangszeilen der Texte bzw. Strophen sowie die zusätzlich vermerkten Handschriften-Siglen und ‑seiten erlauben über die gesamte H.int-Liste hinweg auch die Nutzung der browserinternen Suchfunktionen (z.B. mittels der Tasten ‚Ctrl‘ + ‚F‘): Somit kann man auch ohne vorherige Kenntnis der Liednummer nach Klein/Kl rasch zum jeweiligen Text und dessen Überlieferung vordringen.

·         Der nächste Schritt führt mittels der Links, wie sie jedem der Text-/Strophen-Incipits unterlegt sind, direkt auf die einzelnen Unterseiten: Diese präsentieren sämtliche relevanten Handschriftenabbildungen in einer vertikal angeordneten Bildvorschau. Marker am linken Rand der Abbildungen verweisen durch eine schwarze Linie (und durch die darunter nochmals platzierten Folio-Angaben) exakt auf den jeweiligen Text- bzw. Strophenbeginn in der Handschrift.

·         Durch Anklicken der Vorschau erhält man eine Großansicht (ohne Marker); ihre effektive Darstellungsgröße ist abhängig vom verwendeten Browser resp. dessen Voreinstellungen.

 

Gemäß diesem ‚offenen‘ Aufbau von H.int als einem Interface, das über unterschiedliche Zugänge eine Brücke zur handschriftlichen Überlieferung sein möchte, lässt sich dieses Tool auf Seiten der Nutzer/innen mit ganz unterschiedlichen Textausgaben verbinden: Wer H.int etwa forschend verwenden möchte, wird es mit der aktuellen Referenzedition zu Oswald (Wachinger 2015, siehe dazu unten die Quellenhinweise) in Beziehung setzen, wobei Musikwissenschafter/innen außer dieser Edition noch weitere Zugangsressourcen (wie etwa die Koller-Edition) leicht mit einbinden können. Breitere, minder wissenschaftlich orientierte Interessent/innenkreise werden für ihren Weg ins Interface hingegen eher über diverse Editionsnachdrucke oder Übersetzungen suchen und finden.

 

Auf Basis dieses mehrwegigen Zugangskonzepts, aber auch im Kontext urheberrechtlicher und arbeitstechnischer Vorgaben war es für H.int schlüssig, auf einen eigenen parallelen Abdruck aller Texte und Melodien zu verzichten. Jedoch möchte das Handschriften-Interface solchen Neuabdrucken durchaus den Weg bahnen helfen bzw. – weit wertvoller noch – einer ersten Digitalen Edition zur Dichtung Oswalds von Wolkenstein dienen, die (tief codiert und reich annotiert) auf vielleicht richtungsweisende Art alle Textzeugen interaktiv präsentiert.

 

Entwicklungsgeschichte und ‑perspektiven

Im Rahmen der Entwicklung dieses Tools wurden auf Ersuchen des Projektleiters (als Leiter des Grazer Oswald von Wolkenstein-Archivs in Verbindung mit der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft) die beiden wichtigsten Haupthandschriften A (Wien) und B (Innsbruck) neu bzw. erstmals hochauflösend digitalisiert und zur Verwendung speziell in H.int freigegeben: Der Dank für diese Kooperation gilt zum einen der Österreichischen Nationalbibliothek (namentlich Herrn Dr. Andreas Fingernagel) sowie zum andern der Universitätsbibliothek Innsbruck (namentlich Herrn Mag. Peter Zerlauth). – Für die übrigen Überlieferungszeugen konnten Retrodigitalisierungen von Schwarzweiß-Faksimiledrucken verwendet werden: Für deren professionelle Herstellung geht der Dank an die Universitätsbibliothek Graz (namentlich an Herrn Karl Lenger, MA). Für die Zustimmung zur Einbindung der dabei komplett mit erfassten 3. großen Handschrift zu Oswald von Wolkenstein, nämlich der Hs. c (Innsbruck), sei den Tiroler Landesmuseen Dank gesagt (namentlich Herrn PD. Dr. Wolfgang Meighörner). – Sollten neben diesen letztgenannten Retrodigitalisaten in Zukunft auch hochauflösende Digitalisate vom Original verfügbar werden, lassen sich diese nachträglich in H.int einbinden.

Aus urheberrechtlichen Gründen nicht geboten wird eine durchgehende, sondern nur eine textbezogen ausschnitthafte Präsentation der einzelnen Handschriften. Als validen Ersatz dafür sei auf die Webpräsentationen unserer Manuskripte durch die Bibliotheken verwiesen oder auf die diversen Druckfaksimiles (siehe dazu die Quellenhinweise unten). Aus konservatorischen Gründen weniger anzuraten ist der ‚spontane‘ Weg zu den Originalhandschriften; er sollte dank H.int weniger denn je notwendig sein, ausgenommen für kodikologisch-paläographisch autopsierende Forschungszugänge.

 

Projektkontext und wissenschaftliches Team

H.int erhielt auf Antrag des Unterfertigten eine finanzielle Sonderförderung durch die Karl-Franzens-Universität Graz; dafür namentlich zu danken ist Herrn Vizerektor Prof. Dr. Peter Scherer. Diese Unterstützung ermöglichte es, Frau Astrid Böhm, BA MA als Projektmitarbeiterin zu gewinnen. Maßgebliche kollegiale Unterstützung erhielt H.int in weiterer Folge durch Herrn Mag. Dr. Helmut W. Klug, der seine besonderen Kompetenzen (als Fachkraft am Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz und als Germanistischer Mediävist) mit einbrachte und dem dafür ganz besonders gedankt sei!

 

Urheberrechtliche und zitiertechnische Hinweise

Alle in H.int abgelegten Materialien sind urheberrechtlich geschützt. Ihre Nutzung in außerwissenschaftlichen oder außerschulischen Zusammenhängen ist nur mit Zustimmung der Rechteinhaber, d.s. die unten genannten Bibliotheken, statthaft.

Bei Verwendung von H.int für diverse Projekte oder Publikationen wird um die Zitierung ersucht, und zwar um die Nennung dieser Einstiegsseite – nicht (allein) einer der Unterseiten; siehe zu den weiteren Zitierangaben auch das Impressum.

 

Quellenhinweise

In H.int eingebundene Quellen:

·         Hs. A: Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. Vind. 2777. Online einsehbar unter: http://manuscripta.at/m1/hs_detail.php?ID=5471

·         Hs. B: Innsbruck, Universitätsbibliothek, ohne Signatur. Online einsehbar unter: http://manuscripta.at/diglit/AT4000-sn/0001

·         Hs. c: Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, FB 1950. Schwarz-Weiß-Faksimile der Handschrift abgedruckt in: Hans Moser / Ulrich Müller / Franz Viktor Spechtler (Hrsg.): Oswald von Wolkenstein. Abbildungen zur Überlieferung II: Die Innsbrucker Wolkenstein-Hand­schrift c. Mit einem Anhang zum „Wolfenbütteler Porträt“ und zur Todes­nachricht Oswalds von Wolkenstein v. Hans Dieter MÜCK. Göppingen: Kümmerle 1973. (= Litterae. 16.)

·         Streuüberlieferung: Schwarz-Weiß-Faksimile der Handschriften abgedruckt in: Hans-Dieter Mück (Hrsg.): Oswald von Wolkenstein. Abbildungen zur Über­lieferung IV: Die Streuüberlieferung. Mit einem Anhang zum ‚Konstanzer Porträt‘ Oswalds von Wolkenstein. Göppingen: Kümmerle 1977. (= Litterae. 36.)

Weiterführende bzw. ergänzende Quellenhinweise

·         Farbfaksimile der Hs. B abgedruckt in: Oswald von Wolkenstein: Handschrift A. vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis 2777 der Österreichischen Nationalbibliothek. Kommentar [v.] Francesco Delbono. Graz: Akademische Druck und Verlagsanstalt 1977. (= Codices Selecti. 59.)

·         Schwarz-Weiß-Faksimile der Hs. B abgedruckt in: Hans Moser / Ulrich Müller (Hrsg.): Oswald von Wolkenstein. Abbildungen zur Überlieferung I: Die Innsbrucker Wolkenstein-Handschrift B. Göppingen: Kümmerle 1972. (= Litterae. 12.)

·         Referenz-Edition: Die Lieder Oswalds von Wolkenstein. Hrsg. v. Karl Kurt Klein. 4., grundlegend neu bearb. Aufl. v. Burghart Wachinger. Berlin/Boston: De Gruyter 2015. (= Altdeutsche Textbibliothek. 55.)

·         Abdruck aller Texte Oswalds von Wolkenstein online (aus älterer Aufl. der Referenz-Edition): http://www.wolkenstein-gesellschaft.com/texte_oswald.php.

·         Gesamtübersetzung: Wernfried Hofmeister: Oswald von Wolkenstein. Das poetische Werk. Gesamtübersetzung in neuhochdeutsche Prosa mit Übersetzungskommentaren und Textbibliographien. De Gruyter: Berlin/New York 2011. (= De Gruyter Texte.)

·         Auswahlausgabe mit Übersetzungen und Melodienabdruck: Oswald von Wolkenstein. Lieder. Frühneuhochdeutsch – Neuhochdeutsch. Ausgewählte Texte hrsg., übersetzt u. kommentiert v. Burghart Wachinger. Melodien und Tonsätze hrsg. u. kommentiert v. Horst Brunner. Stuttgart: Reclam 2007. (=Reclam Universal-Bibliothek. 18490.)

 

Impressum/Kontakt

Projektleitung von H.int: Prof. Dr. Wernfried Hofmeister: wernfried.hofmeister(at)uni-graz.at

 

Technische Umsetzung: Mag. Dr. Helmut W. Klug: helmut.klug(at)uni-graz.at

Webverantwortlicher (seitens der Abt. f. Sondersammlungen der UB Graz): Karl Lenger, MA: karl.lenger(at)uni-graz.at

 

Datum der letzten Aktualisierung: 29. März 2018

 

Link zum Handschriften-Interface:  http://sosa2.uni-graz.at/sosa/nachlass/sammlungen/wolkenstein-archiv/OvW_Interface/index.html

 

Kontakt: Wernfried Hofmeister, Institut für Germanistik, Karl-Franzens-Universität Graz, Mozartgasse 8, A-8010 Graz

Aktualisierungsdatum: 29. März 2018