UB Graz

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Biographie

22.6.1905 geb. in Graz
1928 Promotion (Rechtswissenschaften, Graz)
1933 Habilitation (Österreichisches und Deutsches Zivilrecht sowie Ausländisches Privatrecht in vergleichender Darstellung, Wien)
1933 Privatdozent in Graz
1935 a.o. Professor in Graz
1945 o. Professor in Graz
1951 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
1964 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
1975 Emeritierung
22.8.1991 gest. in Graz

Nach dem Studium bei Arnim Ehrenzweig an der Karl-Franzens-Universität Graz und dem Gerichtsjahr in Gmünd (1928/29) studierte Wilburg von 1930-1933 am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Berlin bei Martin Wolff und Ernst Rabel. Er habilitierte sich bei Oskar Pisko in Wien und trat als junger Extraordinarius die Ehrenzweig-Nachfolge in Graz an, wo er zunächst Vorlesungen und Übungen aus Österreichischem und Internationalem Privatrecht hielt. Seine von der juridischen Fakultät Graz in den Jahren 1939-1944 dreimal vorgeschlagene Ernennung zum ordentlichen Professor wurde stets vom Reichsministerium abgelehnt. Rufe nach Prag, Greifswald, Wien und Göttingen lehnte er ab und wurde 1943 zur Wehrmacht eingezogen.
Im Juni 1945 wurde Wilburg zum Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät gewählt und im November desselben Jahres zum Ordinarius für Zivilrecht ernannt. Als akademischer Funktionär – 1945-1964 war er 7-mal Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät,
1948-1951 und 1955-1962 Mitglied des Akademischen Senats und 1959-1961 Rektor – trug er den Wiederaufbau der Karl-Franzens-Universität und insbesondere den seiner eigenen Fakultät entscheidend mit.
Das von Wilburg entwickelte Konzept des "beweglichen Systems", das auf der Vorstellung organisch zusammenspielender Kräfte im Recht beruht, übte prägenden Einfluss auf die moderne Rechtswissenschaft aus. Weiters erwähnenswert sind grundlegende schadenersatzrechtliche Arbeiten sowie seine auch in Deutschland überaus einflussreich gewordene Theorie der ungerechtfertigten Bereicherung.
1963 erhielt Wilburg das Großes Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Von den Universitäten Wien und Berlin wurden ihm 1975, im Jahr seiner Emeritierung Ehrendoktorate verliehen. 1977 folgte der Ehrenring des Landes Steiermark, 1985 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern.
Zu Wilburgs wichtigsten Schülern gehören Franz Bydlinski, Viktor Steininger, Helmut Koziol, Bernd Schilcher und Willibald Posch.
Das Material aus Wilburgs Nachlass befindet sich seit 2003 an der Universitätsbibliothek Graz und wird dort in Kartons unter der Manuskript-Signatur Ms 2225 aufbewahrt. Es umfasst neben Lebensdokumenten Typoskripte und zahlreiche handschriftliche Notizen zu Vorlesungen und Publikationen, eine große Sammlung von gewidmeten Sonderdrucken, juristische Fachliteratur sowie eine umfangreiche Korrespondenz (zahlreiche private und berufliche Briefe).

Walter Wilburg

 

 
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